Einzelansicht (SINGLE)
21. August 2014 Jürgen Beineke

Erwiderung auf den WDR 2 Klartext von heute zum Thema Waffenlieferungen in den Irak

"Ein Verstoß gegen einen Grundsatz deutscher Sicherheitspolitik - aber ein notwendiger. Um Zivilisten vor Mord und Terror zu schützen, müssen Waffen geliefert werden", meint Jens Wiening heute im WDR 2 Klartext. - Hier eine empörte Erwiderung!


Siehe auch WDR-Klartext


Jens Wiening im heutigen WDR-Klartext weiter: „Die Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) ist nicht nur eine Bedrohung für die Menschen im Irak und in Syrien. Sie ist auch eine akute Bedrohung für weitere Länder. Da kämpfen Überzeugungstäter, die ihren Krieg aus dem Nahen Osten heraustragen wollen, auch nach Europa.“
 
Was sollen solche Sätze? Ist die Terrorgruppe IS etwa so etwas wie eine biblische Plage, die über Nacht über uns hereingebrochen ist? Nein – sie ist das Ergebnis eines langen Prozesses, den ganz viele "geniale" Politiker am Leben halten. Mit Waffengewalt – und ebenso, indem sie einen Grundsatz deutscher Sicherheitspolitik begleitet von pathetischen Reden über Bord werfen.
 
Und will der Autor uns etwa weismachen, dass die IS ein so einzigartiges und nie da gewesenes Phänomen darstellt, das nunmehr Waffenlieferungen rechtfertigt, wie uns das jedenfalls seit Wochen die sogenannten Leitmedien erklären? Will er uns erzählen, dass es diese Schweinereien noch nie zuvor gegeben hat? Sie wurden und werden immer von Menschen, und nur von Menschen ausgeführt und waren immer nur möglich, weil Waffen zur Verfügung standen.

Woher hat die Terrorgruppe IS eigentlich ihre Waffen? - Nun, aus Katar und Saudi-Arabien! Zwei Staaten, die auch Deutschland mit Waffen beliefert.
 
Die Menschheit hat weltweit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass gegenüber der Bevölkerung edle Begründungen, in Wahrheit Worthülsen, als Vehikel benutzt werden, um im Zweifelsfalle dieses Kriegsgerät für das zu missbrauchen, für das es gedacht ist, nämlich für Krieg.

Krieg, um der Welt die Demokratie zu bringen, Krieg, um vorgeblich den Einsatz von Massenvernichtungswaffen zu verhindern, wie uns George W. Bush im Februar 2003 anlog, oder wie Frau von der Leyen jüngst sagte: "Wir können nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, schon allein aus humanitären Gründen (DER SPIEGEL 5/2014)." Wie toll!!! - Die edlen Begründungen kann man beliebig ausweiten und dienen doch nur als "Opium für das Volk“. Mit Frau von der Leyen sitzt man ohnehin immer in der ersten Reihe.
 
Auch die Herren Gauck und Steinmeier schwadronieren über Krieg. Und nun auch noch Jens Wiening als Vertreter der NRW-Hofberichterstattung. - Was wollen Sie eigentlich alle? Wollen Sie uns auf Krieg einstimmen?
 
Herr Steinmeier hat gerade eine Befragung durchführen lassen. Einziges Ziel, herauszufinden, mit welchen Argumenten man die deutschen Bürgerinnen und Bürger für die Waffenlieferungen am Besten einstimmen kann. Und promt bedient er eine weitere Worthülse: Er nennt das Geschehen im Nordirak "eine neue Dimension des Schreckens" - Welche Wahrnehmung hat der Mann eigentlich?
 
Jens Wienings Kollege, Horst Kläuser, bemühte vor einigen Wochen ebenfalls eine unsäglich eskalierende und scharfmacherische Sprache in seinem Kommentar vom 30. Juli 2014 auf WDR 2.  


Siehe auch: Mangel an allem, aber nicht an Waffen!
Siehe auch: Deutsche Waffenlieferungen: Bekämpfen, was wir selber schaffen