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Jürgen Beineke

Jürgen Beineke

9. Schulrechtsänderungsgesetz NRW – Erste Umsetzungsschritte in Castrop-Rauxel

Während der Sitzung des Betriebsausschusses 2 (Ausschuss für Jugend, Schule und Soziales) am 30. Januar 2014 informierte das Schulamt für den Kreis Recklinghausen zu ersten Umsetzungsschritten im Rahmen des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes NRW in Castrop-Rauxel.

Es referierte die Schulrätin für den Bereich der Förderschulen, Antje Wittenberg-vom Heu: Sie wies darauf hin, dass ab Schuljahr 2014/2015 nach dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz im Rahmen der Einführung schulischer Inklusion der Gemeinsame Unterricht für das erste und fünfte Schuljahr obligatorisch wird – es sei denn, die Eltern wünschen eine Förderung ihres Kindes im Rahmen einer Förderschule.

Bezogen auf Castrop-Rauxel ist daher für den Bereich der Sekundarstufenschulen vorgesehen, für jene Kinder, die zielgleich zu fördern sind, die Willy-Brand-Gesamtschule und die Sekundarschule Süd in Anspruch zu nehmen. Die Sekundarschule Süd auch deshalb, da diese im Norden der Stadt eine Dependance unterhält und man damit den dortigen Bürgern eine wohnortnahe Schule für den Gemeinsamen Unterricht anbieten kann.

Jene Kinder, die zieldifferent unterrichtet werden müssen – dabei handelt es sich in der Regel um lernbehinderte und geistig behinderte Schülerinnen und Schüler –, ist die Fridtjof-Nansen-Realschule vorgesehen. Warum das nicht auch an den anderen Schulen des Sekundarstufenbereiches möglich sein soll, erschließt sich nicht, zumal die Schulrätin darauf abstellt, dass man im Auge behalten müsse, die Kinder wohnortnah zu beschulen.

Für den Sekundarstufenbereich handelt es sich in Castrop-Rauxel für das kommende Jahr um 15 Schülerinnen und Schüler, von denen fünf zur Gesamtschule und zehn zur Sekundarschule gehen sollen.

Der Primarstufenbereich spielte in diesem Zusammenhang keine Rolle.

Die Bildung von sogenannten Schwerpunktschulen scheint für Castrop-Rauxel nicht erwogen zu werden.

Was die Schüler/Lehrer-Relation angeht, so ist die Regelung, nach der pro Kind mit Sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen zwei sonderpädagogische Unterrichtsstunden vorgesehen sind, entfallen. Den Regelschulen wird lt. Schulrätin stattdessen demnächst ein Förderlehrer pro Zug zur Verfügung stehen.

Die Klassengrößen sind bisher nicht neu definiert. In diesem Zusammenhang sollte in Erinnerung gerufen werden, dass die Klassengrößen in der hiesigen Martin-Luther-King-Schule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ zwischen acht und 16 Kindern liegt.

Unterrichtskonzeptionelle Konsequenzen anlässlich des schulischen Inklusionsvorhabens bzw. Konsequenzen für das didaktisch/methodische Vorgehen scheinen nach wie vor in weiter Ferne. Diese sind jedoch zwingend notwendig, zumal lernbehinderte oder gar geistig behinderte Personen „anders“ lernen, z. B. über die täglichen Wiederholungshandlungen lebenspraktischer Abläufe und anhand konkret anschaulichen Materials.


Viel Ratlosigkeit auf der ganzen Linie also

Die Ausschussmitglieder sind sich einig darin, dass in Castrop-Rauxel ein Arbeitskreis Inklusion gebildet werden soll, allerdings erst nach den Kommunalwahlen, da der dann neu gebildete Rat auch die Ausschüsse neu besetzen muss. – Erst dann stehen die politischen Akteure für die nächsten sechs Jahre fest.


Siehe auch: Schulische Inklusion in Abgrenzung zum Gemeinsamen Unterricht in NRW