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Jürgen Beineke

Schulische Diaspora in Castrop-Rauxels Norden – Der Skandal ist perfekt

In Ickern gibt es demnächst keine einzige weiterführende Schule mehr. Hauptschule und Gesamtschule waren nämlich dem Schulexperiment Sekundarschule geopfert worden. Für die von SPD, Grünen und Schuldezernentin so hoch favorisierte Sekundarschule reichte es letztes Jahr für ein Mutterhaus im Süden mit einer Dependance im Norden. Und letztere steht heute – also nur ein Jahr später – vor dem Aus.


Auf der Homepage der Stadt Castrop-Rauxel ist heute zu lesen: „An der Sekundarschule haben sich 96 Kinder angemeldet, 64 im Süden und 32 am Standort im Norden. Die Sekundarschule Süd kann damit vierzügig ins neue Schuljahr starten. Den Teilstandort der Sekundarschule im Norden hatte die Bezirksregierung zweizügig genehmigt. Diese Zweizügigkeit am Teilstandort kommt im kommenden Schuljahr nicht mehr zustande.“
„Wir können alle angemeldeten Kinder in der Sekundarschule aufnehmen. Die Beschulung erfolgt dann allein am Hauptstandort im Süden“, erklärt Petra Glöß, Erste Beigeordnete der Stadt Castrop-Rauxel.

An diesem Abenteuer ist auch die bei allen politischen Parteien mit Ausnahme der LINKEn ungeliebte Janusz-Korczak-Gesamtschule im Castrop-Rauxeler Norden zugrunde gegangen.

Dabei hätte diese Gesamtschule das gesamte Schülerspektrum der weiterführenden Schule bis hin zum Abitur bedienen können – auch als inklusive Schule und im Sinne des längeren gemeinsamen Lernens. Es hätte politisch nur gewollt sein müssen.

Für unseren diesbezüglichen Vorschlag im interfraktionellen Arbeitskreis unter Moderation der Schuldezernentin Petra Glöß, die infrage stehenden Standorte (Lange Straße, Uferstraße und Waldenburger Straße) unter dem Dach der bewährten Gesamtschulkonzeption anzupacken und zu reorganisieren, konnte sich niemand der Damen und Herren von SPD, Grünen, CDU, FDP und FWI erwärmen.

„Die Eltern haben (mit ihrem Anmeldeverhalten) entschieden!“

Diese listige Rhetorik, der sich auch schon mal gerne die Schuldezernentin bedient, hat jüngst ebenso Martin Buchholz von den Grünen übernommen: „Die Gesamtschule und die Hauptschule in Ickern sind von den Eltern schon vor Jahren nur noch in geringem Maße gewählt worden und mussten dementsprechend auslaufend geschlossen werden. Hierzu gab es letztendlich keine Alternative" – so konnte man in der hiesigen Presse am 6. März 2014 lesen.

Ja, wieso eigentlich sollen sich Eltern anders entscheiden als die Politiker, wenn sie ihrerseits die Schule ebenfalls für unattraktiv halten. Aber anders als sie, die Eltern, haben die Politiker einen Gestaltungsauftrag und hätten der Gesamtschule über eine Reorganisation zu neuer Attraktivität verhelfen können. Und so etwas z. B. müssen Eltern von Politikern auch durchaus erwarten können. – Also anders als Martin Buchholz behauptet, hat es selbstverständlich eine Alternative gegeben!

Aber als die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern zur Erleichterung aller hiesigen politischen Parteien mit Ausnahme der LINKEn gerade mal 53 Anmeldungen für das Schuljahr 2012/2013 erhielt, konnte man sie getrost zu Grabe tragen. – Wie schön für die Politiker: Die verbreiten heute, die Eltern hätten entschieden.

Als Konsequenz gibt es demnächst in Ickern keine weiterführende Schule mehr.


Teile des vorstehenden Texts gingen als Auszug an die Lokalredaktionen von:
Ruhr Nachrichten
Stadtanzeiger
WAZ


Siehe auch: Schulische Diaspora in Castrop-Rauxels Norden

Siehe auch: Schulentwicklung Castrop-Rauxel: DIE LINKE fordert Dependance-Lösung für die Gesamtschulkinder