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Jürgen Beineke

"Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KiGSG)

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat heute umfangreiche Ergebnisse der sogenannten Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) veröffentlicht. "Nach Einschätzung der Eltern weisen 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen sehr guten oder guten allgemeinen Gesundheitszustand auf", sagt Reinhard Burger, Präsident des RKI.


KiGGS ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Die Studie liefert wiederholt bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der unter 18-Jährigen.


Die Untersuchung (KiGGS Welle 1) fand von 2009 bis 2012 als telefonische Befragung statt und war die erste Folgebefragung nach der KiGGS-Basiserhebung (2003 bis 2006).

Insgesamt nahmen in der Altersgruppe der 0- bis 17-Jährigen mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche bzw. deren Eltern an der Studie teil. Schwerpunkte in KiGGS Welle 1 waren körperliche Gesundheit, psychische Gesundheit, Gesundheitsverhalten, Gesundheitsversorgung und die soziale Lage.

Broschüre

Laut KiGGS Welle 1 wächst die überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (79,6 Prozent) in einem Haushalt mit beiden leiblichen Eltern auf. 13,8 Prozent leben in einer Einelternfamilie und 6,6 Prozent in einer Stieffamilie. Die Familienform (Eineltern-, Stief- oder Kernfamilien) zeigt keinen Zusammenhang mit dem allgemeinen Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche aus Eineltern- und Stieffamilien haben jedoch häufiger emotionale und Verhaltensprobleme (19,7 Prozent bzw. 17,4 Prozent vs. 8,3 Prozent). Auch ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität geringer und es wird weniger Obst- und Gemüse verzehrt als bei Gleichaltrigen, die mit beiden leiblichen Eltern aufwachsen. Heranwachsende aus Einelternfamilien haben zudem häufiger chronische Erkrankungen (22,4 Prozent) als Kinder aus Kernfamilien (16,2 Prozent).

Insgesamt ein Fünftel (20,2 %) der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren konnte in von KiGGS Welle 1 für den Erhebungszeitraum 2009–2012 aufgrund der Einschätzung ihrer Eltern einer Risikogruppe für psychische Auffälligkeiten (…) zugeordnet werden.

Das solle einerseits Anlass sein, sich stärker um die Vorbeugung zu kümmern, schreiben die Autoren der Studie. "Andererseits sollten die Ergebnisse auch Anlass dazu geben, die Versorgungsstrukturen zu überprüfen, da psychische Auffälligkeiten und Störungen bei Kindern und Jugendlichen häufig unbehandelt bleiben."

Die Ergebnisse aus KiGGS Welle 1 zeigen, dass es den allermeisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland gesundheitlich gut geht. Zudem rauchen die Heranwachsenden weniger und trinken weniger Alkohol. Dreiviertel der Kinder und Jugendlichen treiben regelmäßig Sport. Angebote zur Früherkennung und Vorsorge bei Kindern (U-Untersuchungen) werden von mehr als 90 Prozent der befragten Eltern genutzt. Leicht gestiegen ist auch die Stillquote. Die Häufigkeit von psychischen Auffälligkeiten und der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hat seit der KiGGS-Basiserhebung nicht zugenommen, auch die Häufigkeit von Unfällen ist auf gleichem Niveau geblieben. Leicht zugenommen haben dagegen die Häufigkeiten von Asthma bronchiale und Heuschupfen.


Mit Material des Robert Koch-Instituts (RKI)


Siehe auch: KiGGS1 – Zusammenfassung_20140623
Siehe auch: KiGGS - Bundesgesundheitsblatt (Juli 2014) - Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen...